| Hobby-Elektronik: Schwingquarz und Quarz-Oszillatoren |
| Der piezoelektrische
Effekt. Quarz zeigt wie einige andere Kristalle
(u.a. Seignette-Salz, Turmalin) den piezoelektrischen Effekt (piezein (griech)
= drücken, pressen). Hierunter versteht man die Erscheinung, daß
unter mechanischem Druck oder Zug des Kristalls an seinen Oberflächen
elektrische Ladungen entstehen (Anwendung z.B. Zündmechanismus bei
Gasfeuerzeugen). Dieser Effekt ist umkehrbar, d.h. daß beim Anlegen
einer Spannung zwischen den beiden Seiten z.B. eines Quarz-Kristallplättchens
dieses sich mechanisch verformt. Schwingquarz. Legt man an einen solchen Kristall eine Wechselspannung an, so beobachtet man bei einer bestimmten Frequenz eine Resonanz, bei der der Quarz in mechanische Schwingung gerät und einen besonders hohen Wechselstromwiderstand ähnlich einem Schwingkreis aus Spule und Kondensator hat, mit dem Unterschied, daß kein Gleichstrom fließt, da Quarz eine guter Isolator ist. Man kann daher in den meisten Oszillatorschaltungen (mit geeigneter Modifikation) den Schwingkreis durch einen Schwingquarz ersetzen und erhält wegen der sehr scharfen Resonanz einen sehr frequenzstabilen Oszillator besonders hoher Güte. |
| Schwingquarze werden
meist als Plättchen (auch Stäbe oder Gabeln) hergestellt, die
durch eine metallische Bedampfung auf den beiden Seiten elektrisch kontaktiert
und in einem luftdichten, mit einem Schutzgas gefüllten Gehäuse
aus Metall oder Glas untergebracht sind. Bild 1
zeigt links einen 4,43 MHz-Quarz im Metallgehäuse, rechts, ohne Gehäuse,
das mit Silber-Bedampfung kontaktierte Quarz-Plättchen in einer Halterung,
die auch als Spannungszuführung dient. Die Dicke d des Plättchens bestimmt die Resonanzfrequenz f. Es ist f = N/d , wobei N = 1670 ist und f in kHz, d in mm zu rechnen sind. Es werden Quarze für etwa 10 kHz bis 30 MHz als Grundton- und bis etwa 250 MHz als Oberton-Schwingquarze hergestellt. Am häufigsten findet sich der sogenannte AT-Schnitt, (bei dem die Kristallplättchen parallel zur 01-1-Kristallebene aus dem Quarzkristall herausgeschnitten werden), da der dabei senkrecht zu dieser Ebene genutzte Piezoeffekt in der Umgebung von Raumtemperatur fast temperaturunabhängig ist. AT-Quarze sind Dicken-Scher-Schwinger. |
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Als Ziehempfindlichkeit bezeichnet man die Verschiebung der Resonanzfrequenz,
die sich bei Änderung des Kondensatorwertes um 1 Picofarad ergibt.
Sie liegt bei Quarzen von einigen Megaherz bei etwa (20exp-6)/pF (Schreibweise
für: 20 mal 10 hoch minus 6 pro pF). |
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Oszillator. Mit Schwingkreis oder Schwingquarz aufgebaute Oszillatoren für eine Festfrequenz sind so stark rückgekoppelte (Mitkopplung) Verstärker, daß sie auf der durch das frequenzbestimmende Glied festgelegten Frequenz schwingen. Sie lassen sich nach Art der Rückkopplung in drei Grundschaltungen gliedern. |
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Bild 3 zeigt das Prinzipschaltbild
dieser drei Grundschaltungen in der oberen Reihe mit LC-Schwingkreis und
darunter die entsprechende Quarz-Version. Die Widerstände deuten
die Betriebsspannungs-Einstellung an. Man beachte jedoch, daß wechselspannungsmäßig
+Ub und Ground GND durch einen großen Kondensator kurzgeschlossen
sind und daher als miteinander verbunden zu betrachten sind ! Die Prinzipschaltungen in Bild 3 zeigen den Transistor in
Emitterschaltung (Emitter an GND). Ebenso lassen
sich alle Schaltungen mit geerdetem Kollektor oder geerdeter Basis aufbauen.
Rechnet man noch alle möglichen Varianten hinzu, so kommt man zu
einer kaum übersehbaren Vielfalt von Oszillatorschaltungen. |
| (25.10.2010) |