Hobby-Elektronik Anmerkungen zur fernbedienten Anlagensteuerung
Um den Text auf der Hauptseite gestrafft und übersichtlich zu halten, füge ich hier für den am Nachbau Interessierten einige nützlich Anmerkungen und Hinweise an.
[1] Zum Ausschlachten am ergiebigsten sind Geräte der 1970er bis 90er Jahre, jüngere sind meist so total digital und spezial, das man nicht damit zurecht kommt. Wenn man zu seinem IC-Fund auch noch das passende Datenblatt im Web findet, kann fast nichts mehr mißlingen.

[2] Die für Modellbahnzwecke besonders geeignete integrierte Schaltung M58485P stammt aus einem älteren (1970er Jahre ?) TV-Gerät, ist aber heute noch im Handel erhältlich (z.B. preisgünstig für 5,50 Euro, bei Bassenberg Elektronik), so daß man die Schaltung auch selbst aufbauen kann, ohne auf einen Glücksfund in Ausschlachtware angewiesen zu sein. Das Datenblatt dazu findet sich auf einer meiner Linkseiten. Die zugehörige Fernbedienung, die man natürlich haben muß, enthält das Sender-IC namens M58480P. In meiner HITACHI-Fernbedienung fand ich ein kompatibles IC mit der Bezeichnung IX0187PA.
Falls man keine Originalfernbedienung hat, kann man sich evtl. mit einer Universal-Fernbedienung helfen. Bei denen mit Namen "One for All" fand ich die passende Code Nr. 036 und 157 heraus, bei "Visa Universal" die Code-Nr. 1187. (Das System verwendet leider nicht das weitverbreiteten RC-5-Übertragungsprotokoll von Philips.)

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[4] Der BCD zu Siebensegment-Dekoder für eine eineinhalbstellige Anzeige SN29764, ein vielfach verwendbares IC, findet sich häufig in älteren TV-Geräten, ersatzweise kann z.B. 74LS48 eingesetzt werden.
[5] Wem der Schaltungsaufwand zu hoch erscheint, kann ggf. nicht Benötigtes weglassen, z.B. die Tastatur, die Kanalanzeige mit SN29764 und Siebensegment-Display und die LEDs.

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Die Aufteilung in zwei Schaltbilder ist nur wegen der besseren Übersichtlichkeit halber gewählt .
Das Foto links zeigt den Aufbau nach Bild 1 (ohne 7442) auf einem Stück Lochrasterplatine. Links oben Steckstifte für den Anschluß der Siebensegmentanzeige, rechts oben für die Tastatur, daneben für den Infrarotempfänger, links unten BCD-Code-Ausgabe, am unteren Rand (schwarz) Stecker für Versorgungsspannung, Analogwerte, ON/OFF und PW.

[7] Falls der Nullabgleich mit den Werten für R26, R27 und die richtige Verstärkung mit R29, R30 nicht erzielt werden, sind diese Werte geeignet zu vergrößern bzw. zu verkleinern. IC4 = NE532 ist ein "single supply"-Typ und nicht durch gewöhnliche Opamps zun ersetzen (z.B. 741), weil bei letzteren ohne negative Betriebsspannung der Ausgang nicht auf Null gebracht werden kann (ersatzweise geht der 4-fach Opamp LM324).
Es werden hier also für Fahrregler mit Polwende-Relais nur die Analogspannungswerte vom mittleren NORMwert zu höheren (positiven) Werten genutzt. Für Fahrregler mit Einknopfbedienung, also ohne Polwende-Relais für die Fahrtrichtungsumschaltung, ist die Schaltung ebenfalls zu verwenden, wobei dann für den Opamp (wie ja auch für den Fahrregler) zusätzlich eine negative Betriebsspannung vorzusehen ist. Die Spannungswerte unterhalb des NORMwertes werden dann für die andere Fahrtrichtung benutzt. Falls der NORMwert nicht in der Mitte des Analogspannungsbereiches liegt, kann man unterschiedliche Verstärkungsfaktoren für die Analogspannungen ober- und unterhalb des NORMwertes erreichen, indem man zwei parallele Gegenkopplungszweige (R29, R30), in deren einem eine Diode einzufügen ist, verwendet.

[8] Wer den BC517 oder einen anderen geeigneten Darlington Transistor nicht hat, kann sich einen solchen nach bekanntem Schema aus zwei einzelnen Transistoren BC548C zusammenschalten.
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Als Gleichrichter verwende ich nebenstehende einfache Schaltung, wobei Relais und Weichen direkt mit der gleichgerichteten Spannung + UF betrieben werden. (Die Z-Weichen schalten mit der etwas höheren Spannung deutlich besser.)
[10] Andere Fernbedienungssysteme. Für meine erste Anlage habe ich das ältere Sender/Empfänger-IC-Paar SAF1039/SAF1032 verwendet: einfach, aber wenige Schaltmöglichkeiten, kaum noch zu finden. Die TV-Geräte der 1980er/90er Jahre verwenden meist schon Mikrocontroller als Abstimmungssystem, die sich auch zur Modellbahnsteuerung einsetzen lassen. Für meine neuere Anlage verwende ich eine aus einem Samsung-TV-Gerät ausgeschlachtete Platine mit einem SPM109B (= PCA84C440) mit I2C-Bus und RC-5-Übertragungscode. Weitere erfolgreiche Experimente habe ich mit anderen (zufällig gefundenen) Mikrocontrollern mit verschiedenen maskenprogrammierten Übertragungscodes gemacht: MAB8441 (und MAB8461) mit Digital/Analog-Spannungswandler SAB3037 (4fach D/A-Wandler) und SAB 3035 (8fach-D/A-Wandler), dem bekannten 8049 (~ 8048) und dem HD44840 von Hitachi. Die vorstehernd näher beschriebene Schaltung mit M58485 bietet neben den Analogspannungen den einfach zu beschaltenden BCD-Ausgang für Schaltzwecke, bei den Mikrocontrollern bieten sich für Schaltzwecke an z.B. die TV/AV-Umschaltung, die UHF I/UHF II/VHF-Umschaltung. Weitere Schaltsignale lassen sich aus der Kanalwahl (evtl. BCD-Code), der Dekodierung der LED-Anzeige und der Tunerabstimmungs-Spannung gewinnen, abhängig von dem jeweiligen Abstimmungssystem des TV-Gerätes.