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Tolkien,
der schon zu Lebzeiten vor seinen Fans flüchtete, würde sich
wohl im Grab umdrehen wollen, wenn er wüßte, daß seine
Geschöpfe aus dem Herrn der Ringe im Gefolge der Film-Trilogie nun
auch als Figuren in Überraschungseiern von Ferrero und anderen vermarktet
werden. Einige der gelungenen Figuren sind, auf einem stimmungsvollen
Burg-Diorama zum Thema "Der
Herr der Ringe" zusammengestellt, auf der folgenden Seite zu sehen.
Wer's aber eilig hat, findet hier direkt zu Tolkiens
Schriften.
Tolkiens
Sprachen und Schriften - ein kurzer Abriß
Tolkien
war von Sprachen, besonders denen Englands und Nordeuropas, fasziniert.
Seine große Leidenschaft jedoch war das Erfinden von neuen Sprachen.
Dabei ging er teils streng philologisch, teils intuitiv und vom ästhetischen
Wortklang inspiriert vor. Dazu sagte er selbst: "Ich bin nach dem
eigenen Wohlgefallen gegangen ...im Grunde könnte man sagen, daß
es auf einer lateinischen Basis komponiert ist, mit noch zwei anderen
Ingredienzien, die mir nun einmal ein phonoästhetisches Vergnügen
bereiten: finnisch und griechisch."
Quenya
und Sindarin
Quenya
(Hochelbisch), das stark von der finnischen Sprache beeinflußt ist,
war seine erste erfundene Sprache. Mit Sindarin schuf er eine zweite Elbensprache,
die zwar wie das Quenya aus dem ersten Zeitalter stammt, allerdings von
anderen Elbenvölkern gesprochen wird und stark vom Walisischen beeinflußt
ist. Sindarin ist die von Tolkien am weitesten durchstrukturierte Sprache.
Die Elbennamen entstammen fast ausschließlich diesen beiden Sprachen,
die einen umfangreichen Wortschatz und eine in sich logische Grammatik
besitzen. Je nach Elbenstamm besitzen beide Sprachen sogar mehrere Dialekte.
Der ästhetische Reiz dieser künstlichen Sprachen war für
Tolkien zunächst rein phonetischer, klanglicher Natur. Nasale und
laterale Laute, also offene und klingende Laute überwiegen. Süße
Laute nennt Tolkien selbst den Klang dieser Wörter.
Die
schwarze Sprache der Orks
Im
Gegensatz dazu ist die Schwarze Sprache der Orks, deren Wörter in
dem "Einen Ring" eingraviert sind, durch stimmlose Zischlaute
und dunkle Vokale charakterisiert. Ihre Wörter klingen drohend und
hart.
Westron
Im
Laufe der Zeit wurden in Mittelerde viele Sprachen gesprochen. Die gemeinsame
Verkehrssprache zur Zeit des Ringkrieges, die von den Elben, Hobbits,
Zwergen und Orks gesprochen wurde, war das Westron, das klangfarblich
und grammatikalisch stark an das Altenglische und Altnorwegische angelehnt
ist.
Die Hobbits in der Isolation des Auenlandes sprachen einen eigenen, stark
vom Keltischen beeinflußten Dialekt.
In den Erzählungen aus dem dritten Zeitalter wird Westron durch heutiges
Englisch wiedergegeben.
Das
Khazad und das Entische
Weitere
eigenständige Sprachen sind das Khazad (Khuzdul) der Zwerge und das
Entische der Ents. Aus der Zwergensprache ist nur wenig mehr bekannt wie
einige Ortsnamen z.B. Khazad-Dum (Moria) und Gimlis Schlachtruf vor den
Toren der Hornburg: Baruk Khazad, Khazad aimenu ! - Äxte der Zwerge,
Zwerge über euch ! Harte Konsonanten und kurze Vokale sind bezeichnend
für das eigenbrötlerische Wesen der Zwerge
Die Ents (altenglisch für Riese) sprachen nur untereinander entisch,
für andere eine nicht erlernbare Sprache. Entisch soll das "baumische"
Wesen der Langsamkeit klanglich abbilden Die Wörter werden gesangsartig
in klangvollen Häufungen und langen Wiederholungen eingesetzt.
Die
Schriften Tengwar und Cirth
Die
Tengwar-Schrift, auch feanorische oder Elbenschrift genannt, wurde von
Tolkien ursprünglich für das Quenya geschaffen, wurde dann jedoch
auch für das Sindarin und Westron übernommen und den Erfordernissen
dieser Sprachen angepaßt. Die 24 Grundbuchstaben des Tengwar sind
einheitliche Kombinationen von senkrechten Strichen und für das Schreiben
mit der Feder konzipierten runden Schleifen. Hinzu kommen 12 weitere,
freigestaltete Buchstaben.
Das Cirth, auch als Runen-Schrift
bezeichnet, wurde für das Sindarin erfunden und eignet sich besonders
für eingemeißelte Inschriften. Es wurde schon früh von
den Zwergen übernommen. Im Dritten Zeitalter wurde diese Schrift
in Form der Langrunen, des sogenannten Angerthas, verwendet.
(Benutzte Quelle: Begleittext des WDR 3 im Internet zum Hörspiel
Der Herr der Ringe)
Die
für den praktischen Gebrauch zusammengestellten Tengwar-Schrift-Tabellen
auf den folgenden Seiten beschränken sich auf die Schreibweise und
Transskription der Laute für das Sindarin und Englische, die zweckmäßigerweise
für das Schreiben eigener Namen und Texte (auch in deutsch) verwendet
werden kann.
Ausführliche philologische und linguistische Beiträge zu den
Sprachen und Schriften Tolkiens sowie zahlreiche Sprach - und Schriftbeispiele
finden sich in den auf der Linkseite angegebenen Websites.
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