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Die
Miniclub-Lokomotiven werden aus bekannten Gründen häufig mit
pulsierender Gleichspannung betrieben, die durch Gleichrichtung aus der
herabtransformierten Netzspannung gewonnen wird.
Bei reiner Wechselspannung und bei pulsierender Gleichspannung wie auch
bei dem resultierernden Strom ist zu unterscheiden zwischen dem Spitzenwert,
dem arithmetischen Mittelwert und dem Effektivwert. Der Spitzenwert
Isp eines Wechselstromes oder pulsierenden Gleichstromes ist der höchste
positive (oder negative) Momentanwert, der arithmetische Mittelwert
Iar eines Stromes ist der zeitlich lineare Mittelwert. Bei pulsierendem
Gleichstrom ist Iar so definiert, daß die Summe aller größeren
(über Iar liegenden) Augenblickswert-Anteile (gelbe Fläche in
Bild 7) gleich der Summe der Differenzen von Iar und aller kleineren (unter
Iar liegenden) Augenblickswerte (blaue Fläche) ist, also gelbe Fläche
gleich blaue Fläche. Der Effektivwert Ieff eines Wechselstromes
oder pulsierenden Gleichstromes entspricht der Größe eines
Gleichstromes, der die gleiche Wärmeleistung P erzeugt.
Wichtig ist nun die Tatsache, daß die Verlustleistung und damit
die Erwärmung eines Motors proportional dem Quadrat des Effektivwertes
des durch ihn fließenden Stromes ist, das Drehmoment hingegen,
das ein Gleichstrom-Permanentmagnet-Motor abgibt, ist dem Mittelwert des
Stromes proportional.
Anmerkung: Auch Meßgeräte mit Drehspulmeßwerken, deren
Aufbau im Prinzip ja dem eines Permanentmagnet-Motors entspricht, zeigen
den Mittelwert an, die Skalen sind jedoch in Effektivwerten geeicht und
daher für Wechselspannungen und -ströme nicht linear.
Für sinusförmige Spannungen sind die Zahlen-Verhältnisse
in vorstehender Tabelle auf Bild 7 zusammengefaßt (Für nicht
sinusförmige Spannungen gelten andere Beziehungen und Zahlenwerte).
Im linken Diagramm von Bild 7 ist ein reiner Gleichstrom mit dem
willkürlich angenommenen Mittelwert Iar = 1 (grün) als Bezugsgröße
dargestellt. Alle anderen Größen haben bei reinem Gleichstrom
ebenfalls den Zahlenwert 1. Im mittleren Diagramm von Bild 7 ist
ein durch Zeiweggleichrichtung gewonnener pulsierender Gleichstrom dargestellt,
dessen Größe so gewählt ist, daß sein Mittelwert
den gleichen Zahlenwert, nämlich Iar = 1 (grün) wie der reine
Gleichstrom hat, also das gleiche Motordrehmoment erzeugt. Der Effektivwert
Ieff ist um den Faktor 1,1 größer, dessen Quadrat beträgt
1,23, d.h. die Erwärmung des Motors ist um diesen Faktor größer
als bei Betrieb mit reinem Gleichstrom. Der Spitzenwert Isp ist 1,57 mal
so groß wie der Mittelwert Iar.
Im rechten Diagramm von Bild 7 sind die entsprechenden Verhältnisse
für einen durch Einweggleichrichtung gewonnenen pulsierenden Gleichstrom
aufgeführt. Dabei ist dessen Größe wiederum so gewählt,
daß sein Mittelwert den gleichen Zahlenwert, nämlich Iar =
1 (grün) wie der reine Gleichstrom hat, also das gleiche Motordrehmoment
erzeugt. Die hierbei auftretende Verlustleistung und damit Erwärmung
des Motors ist um den beachtlichen Faktor 2,46 größer als bei
reinem Gleichstrom.
Ein Zahlenbeispiel: Wicklungswiderstand zwischen zwei Kollektorlamellen
eines Miniclub-Dreipolers ca. R = 10 Ohm, Stromaufnahme I = 200 mA, daraus
folgt eine Verlustleistung P = R x I x I = 0,4 Watt bei reinem Gleichstrom
und 0,4 x 2,46 Watt = 0,98 Watt bei pulsierendem Gleichstrom gemäß
Spalte 3 der Tabelle.
Der kombinierte Halbwellen-Gleichspannungs-Fahrregler (siehe die Hobby-Elektronik-Seiten
dieser Website) zeigt auch hier seine Vorteile. Er verwendet Halbwellenimpulse
zum Anfahren der Lokomotive, geht aber dann zu reinem Gleichspannungsbetrieb
über.
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