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3) Elektrische Leistungsaufnahme und Verluste
Bei der geradlinigen Bewegung ist die Leistung L gegeben
durch L = Kraft x Geschwindigkeit. Bei der Drehbewegung ist die Leistung
durch die entsprechenden Größen (siehe oben) gegeben, nämlich
L = Drehmoment x Winkelgeschwindigkeit. Da ferner die elektrische Leistung
L = Spannung x Strom ist, erhält man für die Leistung des verlustfreien
(angedeutet durch Index i) Motors:
Li
=
Mi x 2
x "Pi"
x n = Ui
x I
(Gleichung 4) , wobei n die Motordrehzahl, Ui
die angelegte Klemmenspannung ist.
Unerwünschte, aber unvermeidbare Effekte verursachen
bei jeder Maschine Verluste,
die nichts zu dem beabsichtigten Zweck beitragen. Beim Elektro-Kleinmotor
sind hauptsächlich folgende Verluste zu beachten:
1) Stromwärmeverluste: 1a) zufolge des ohmschen Widerstandes der
Spulenwicklungen, 1b) zufolge des Übergangswiderstandes zwischen
Bürsten und Kollektor
2) Ummagnetisierungsverluste: 2a) Hystereseverluste, 2b) Wirbelstromverluste
3) Reibungsverluste: 3a) zufolge Lagerreibung, 3b) zufolge Bürstenreibung
Anmerkungen:
zu 1a) Widerstands-Meßwerte
zu Miniclub-Z-Motoren von Märklin:
3-Pol-Motoren: Als
ohmschen Widerstandswert zwischen jeweils zwei benachbarten Kollektorlamellen
habe ich gemessen: R = 9,1 Ohm (+/- 0,3 Ohm), was bei Annahme von 200
mA Fahrstrom eine Wärme-Verlustleistung von rund 0,36 Watt ergibt.
Beim 3-Poler liegt zwischen jeweils zwei benachbarten Kollektorlamellen
die Parallelschaltung einer Ankerspulenwicklung mit zwei in Reihe geschalteten
Wicklungen. Daraus ergibt sich für den ohmschen Widerstand Rw(3-Poler)
einer Ankerspule: Rw(3-Poler) = 1,5 x R, also Rw(3-Poler) = 13,7 Ohm.
5-Pol-Motoren: Als Widerstand
zwischen jeweils zwei benachbarten Kollektorlamellen habe ich gemessen
R1 = 7,3 Ohm (+/- 0,3 Ohm). Beim Fünfpoler liegt zwischen jeweils
zwei benachbarten Kollektorlamellen die Parallelschaltung einer Ankerspule
mit vier in Reihe geschalteten Spulen. Daraus ergibt sich für den
Widerstand Rw(5-Poler) einer Spule: Rw(5-Poler) = 1,25 x R1, also Rw(5-Poler)
= 9,1 Ohm. Als Widerstand zwischen jeweils einer und der übernächsten
Kollektorlamelle habe ich gemessen R2 = 10,9 Ohm (+/-0,3 Ohm). Zwischen
jeweils einer und der übernächsten Lamelle liegt die Parallelschaltung
von zwei in Reihe mit drei in Reihe geschalteten Spulen. Daraus ergibt
sich für den Widerstand Rw(5-Poler) einer Spule: Rw(5-Poler) = (5/6)
x R2, also Rw(5-Poler) = 9,1 Ohm in Übereinstimmung mit der vorigen
Messung.
Unter der Annahme gleicher Drahtstärken, so daß die Rw-Werte
proportional den Windungszahlen sind, erhält man für die Konstante
"const." in Glg. 3 praktisch ungefähr den gleichen Wert
für beide Motortypen.
(Praxis-Tipp: Vorstehende
Messungen geben Aufschluß über den elektrischen Zustand des
Motors: Weichen die reihum durchgeführten drei Messungen beim 3-Poler
bzw. fünf Messungen beim Fünfpoler deutlich voneinander ab,
liegt ein Kurzschluß im Kollektor oder ein Wicklungsschluß
vor :-((
Zum Messen habe ich den Motor ausgebaut, die Bürsten abgenommen und
ein Motor-Ritzel zwischen zwei Lagen Karton vorsichtig in einen kleinen
Schraubstock eingeklemmt. Für die Messung nahm ich zwei Kabel mit
Klemmspitzen, in die zwei Stecknadeln eingeklemmt wurden, mit denen man
gut die einzelnen Kollektorlamellen abtasten kann.)
zu 1b) Dieser Übergangswiderstand
ist sicherlich sehr schwankend, daher größenmäßig
kaum zu bestimmen, aber wohl keinesfalls vernachlässigbar.
zu 2) Diese Verluste dürften
bei den Z-Motoren bei normalem Gleichstrombetrieb zu vernachlässigen
sein und werden im folgenden nicht berücksichtigt. Bei Impulsbetrieb
mit steilflankigen Rechteckimpulsen ist nach meinen Erfahrungen allerdings
mit einer erheblichen Wirbelstromerwärmung des Motors zu rechnen,
so daß ich es für erforderlich halte, bei Fahrreglern mit Impulsbetrieb
die Flankensteilheit der Impulse durch geeignete Tiefpaßfilter zu
mindern.
(Auch niederfrequente Rechteckimpulse mit steilen Flanken enthalten gemäß
Fourier-Zerlegung höherfrequente Anteile. Die Wirbelstromverluste
nehmen jedoch mit dem Quadrat der Frequenz zu. Die Blech-Lamellierung
des Motor-Ankers reicht dann nicht mehr aus, diese Verluste hinreichend
klein zu halten.)
zu 3b) Die Bürstenreibung
bei den Z-Motoren dürfte wohl je nach Konstruktion der Befestigung
und Zustand der Bürsten sehr unterschiedlich aber keinesfalls zu
vernachlässigen sein.
Die Verluste gemäß 1) (und ggf. 2), hier vernachlässigt)
führen zur Erwärmung des Motors und müssen durch zusätzlich
eingespeiste elektrische Leistung, d.h. durch erhöhte Klemmenspannung
Uk
= Ui + I x R + Uu abgedeckt
werden. Die Reibungsverluste gemäß 3) vermindern das an der
Motor-Abtriebswelle zur Nutzung zur Verfügung stehende Drehmoment
Mw
= Mi - Mr. Unter Berücksichtigung
dieser Verluste ergibt sich aus obiger Gleichung 4 mit etwas Rechnung
für die Leistungsbilanz des verlustbehafteten Motors:
(Glg.5)
Hierin bedeuten: L die Leistungsaufnahme
des Motors, n die Drehzahl, Mw das an der Motorwelle abgegebene Drehmoment,
Mr das durch Reibung im Motor verlorene Drehmoment, I der aufgenommene
Strom, "Phi" der magnetische Fluß, R der für die
Wärmeverluste maßgebliche ohmsche Widerstand der Ankerwicklung,
Uu der Spannungsverlust am Übergang Bürsten-Kollektor.
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